Handballkrimi am Sonntagabend
HC DJK Konstanz – TV Meßkirch 29:28 (14:14)
Nach ernüchternden letzten Wochen und noch keinen Punkten im neuen Jahr sollte das vorletzte Heimspiel der Saison endlich die Wende bringen. Zu Gast war der TV Meßkirch. Seines Zeichens als Tabellendritter angereist und klarer Favorit. Soweit das Gedächtnis der Datenbanken zurückreicht, konnte gegen den TVM und deren erste Mannschaft noch nie etwas Zählbares mitgenommen werden. Während Coach Bilger nahezu aus dem Vollen schöpfen konnte reiste der TVM durchaus ersatzgeschwächt an.
Von der ersten Minute an sollte sich ein enges Spiel auf Augenhöhe entwickeln. Als sich die Karpfen zur 11. Minute etwas mit 6:4 absetzen konnten zogen die Gäste die erste grüne Karte. Diese sollte auch Wirkung zeigen, Meßkirch kam besser ins Spiel und drehte selbiges zum 7:10 (19. Min). Beim 8:11 drei Minuten später flog auch von der Konstanzer Bank die grüne Karte auf dem Kampfrichtertisch. Und auch diese erwies sich als gutes taktisches Mittel, bis zum Pausenpfiff glichen die Karpfen auf 14:14 aus, daran sollte auch der direkte Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit nichts ändern.
In der zweiten Spielhälfte sollte das laute Konstanzer Publikum ein weiterhin hochspannendes, aber auch zunehmend ruppiges Spiel zu sehen bekommen. Die Gäste erwischten den besseren Start und gingen direkt nach der Halbzeit mit 14:17 (34. Min) in Führung. Doch der HC DJK wollte sich heute einfach nicht abschütteln lassen. Zehn Minuten später war man wieder 21:19 in Front. Die Defensive stand stabil und im Angriff hatte man endlich auch das nötige Glück im Abschluss. Der HC DJK erwischte dann auch den besseren Start in die Crunsh-Time. Sander dreimal in Folge (und zunehmend unplatzierter aber weiterhin erfolgreich) stellte auf 25:22 (51. Min). Und die Schlussphase sollte dann wirklich nichts für schwache Nerven sein. Beim 26:24 (54. Min) gab es nochmals eine Verwarnung gegen die Gäste. Nachdem man dann zum 27:24 wegzog, fing es auf der Seite der Grün-Weißen nun an Zeitstrafen zu hageln. Zwischenzeitlich stand man nur noch mit drei Feldspielern auf dem Platz. Und dennoch ließ man sich auch davon nicht aufhalten und traf trotzdem. Als Fynn bei 1:40 Min Restspielzeit dann zu seinem fünften Siebenmeter antrat wurde es richtig hektisch. Beim Weg ins Tor touchierte der Ball wohl den Kopf des Torhüters. Nachdem das Schiedsrichtergespann Haaff/Zugmantel erst auf Tor zum vorentscheidenden 29:26 entschied revidierten sie nach langer Diskussion ihre Entscheidung und schickten Fynn mit rot auf die Tribüne. Also zwei Tore Vorsprung aber bis zehn Sekunden vor Ende auch in doppelter Unterzahl. Diese nutzte abermals Sebastian Gedig schnell aus und stellte auf 28:27, 80 Sekunden vor Schluss. Bei einer löchrigen offensiven Deckung der Gäste bedankte sich abermals Sander, der Ball fuhr zum 29:27 im Kasten ein. Noch 60 Sekunden auf der Uhr. Meßkirch traf abermals schnell in der 6 gegen 4 Situation und kam 40 Sekunden vor Ende wieder auf 29:28 heran. Nun hoben das Schiedsrichtergespann erstmals im gesamten Spiel den Arm zum Zeitspiel. Unerklärlicherweise direkt vom Anwurf ab. Unter Druck vergab man dann und überließ Meßkirch mit etwa 20 Sekunden Restzeit Meßkirch nochmals den Ball. Doch die Nervosität war auch bei den Gästen zu spüren und nach einem Fehlpass landete der Ball im Aus und somit wieder beim HC DJK. Die restlichen knapp zehn Sekunden konnte man dann endlich auch Souverän runterspielen. Man bekam gar Viktor noch einmal in beste Wurfposition, der ließ sich aber so viel Zeit, dass das Signal der Hallenuhr dem 30. Konstanzer Treffer zuvor kam.
Am Ende des Sonntags steht somit ein Überraschungssieg und zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um Platz 9 in der Bezirksoberliga. Man schaffte es endlich auch wieder, das Glück zu erzwingen und konnte sich somit auch über einen durchaus verdienten Sieg freuen.
Nun warten abermals drei Wochen Pause auf die Karpfen, bevor es zum Konzilstadtderby Nr. 4 gegen die HSG IV geht.
Es spielten: Luca Knapp, Peter Widmer, Simon Reinbold (alle Tor), Fynn Ludwig (4/4), Sander v. Bodegom (6), Joel Schamberger (4), Tim Kingreen, Janis Hirschkorn (je 3), Viktor Hirsch (2), Simon Pasler, Kornelius Luther, Tom Fohler (je 1), Leon Römer.
Bericht: LK