Unter schwierigen Umständen viel erreicht, dennoch punktlos
Mit durchaus guter Leistung und Spielgestaltung verkauft sich eine Rumpftruppe der Männer des HC DJK im fernen Pfullendorf ehrenwert, bleibt mit 34:29 (18:16) aber punktlos.
Die Zeit von geringer Beteiligung im Training und Spiel setzte sich auch im Vorfeld des Auswärtsspiels beim TV Pfullendorf 2 am 15.03.25 fort. Verletzungen, Krankheit, private Termine und so weiter führten dazu, dass nur neun Spieler die Reise antreten wollten. Bis zur Abfahrt blieben davon ganze sieben Spieler übrig. Dabei lag das Durchschnittsalter übrigens in einer Größenordnung, die Schüler erst an der weiterführenden Schule lernen. Wenigstens das gerechte und sinnvolle Verteilen der Spielzeit musste von den sieben Spielertrainern also nicht aufwändig geplant werden. Der Gegner hingegen zauberte in den Stunden zwischen Abschlusstraining und Anpfiff noch diverse Spieler aus dem Hut und trat in Voll- und Bestbesetzung an. Die Vorzeichen des Spiels waren also eindeutig.
In den ersten Minuten schien es auch genau nach Drehbuch abzulaufen: in der Verteidigung zu langsam für die teilweise schnellen, versierten und jahrelang aufeinander eingespielten Gegner und vorn mit ärgerlichen Ballverlusten durch Fangfehler und Pässe ins Nichts. Nach ein paar Minuten mit Startschwierigkeiten kam aber auch die Sieben vom Bodensee ins Spiel und spätestens beim 8:8 (15.) war der HC DJK angemeldet. Die Abwehr der Hausherren lud die Shooter vom Gießberg zu einfachen Abschlüssen ein, die mit guter Quote verwandelt wurden und auch die Außen und der Kreisläufer wurden beinahe ungewohnt oft und gut ins Spiel eingebracht. In den folgenden zehn Minuten gelang es mehrmals in Führung zu gehen, teils mit zwei Toren beim 11:13 (23.) und 13:15 (25.). Bis zur Halbzeit wurden leider wieder Ballverluste und Fehler eingestreut, sodass die erste Halbzeit mit einem 18:16 Rückstand beendet wurde.
Die Stimmung in der Kabine war positiv, denn die Mannschaft war viel besser im Spiel, als es mit der dünnen Besetzung erwartet wurde. Dabei war es sehr gut gelungen das Spiel im Sinne des HC DJK zu lenken und dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen; heute also energiesparend zuspielen, um nicht irgendwann kraftlos einzubrechen. Dabei kam natürlich auch der Gedanke auf, dass die Überraschung in greifbarerer Nähe liegt, was die vorhandenen Fehler und Unzulänglichkeiten umso ärgerlicher machte.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit versuchten die Hausherren die Kreise des heute maßgeblichen Spielgestalters Joel mit einer kurzen Deckung einzuschränken, worauf der Mannschaft nicht ad hoc eine gute Lösung einfiel. Ähnlich wie in Halbzeit eins erwischte Pfullendorf also den besseren Start, wodurch der Rückstand der Konstanzer schnell anwuchs. Abermals gelang es zurückzukommen und zu verkürzen: Konstanz kam zu Toren und auch Torhüter Simon kam besser ins Spiel, aber für einen erneuten Ausgleich war die Anzahl der vergebenen Chancen zu groß; der Pfosten beispielsweise war leider Freund der Pfullendorfer. Eine kleine Fehlerhäufung ab der 45. Minute brachte dann die Vorentscheidung, als die Hausherren von 25:23 auf 30:24 erhöhten. Die Konstanzer hatten sich einen Schlussspurt vorgenommen, um nochmal anzuziehen und die letzten Kräfte zu nutzen. Der kam möglicherweise zu spät, denn teils war am Ende schon noch was im Tank und er führte aber auch durch teils unkonzentriertes Spiel zu eben dem Rückstand. Eine gewisse Stabilisierung wurde in den letzten Minuten wieder erreicht, sodass der Rückstand bis zum Spielende nicht weiter anwuchs.
Als Fazit lässt sich also mitnehmen, dass die Mannen vom Gießberg sich teuer verkauft haben, denn der Gegner konnte gegen ganze sieben Konstanzer nicht im Schongang spielen und brauchte seine stärksten Spieler. Die Mannschaft hat viel richtig gemacht, insbesondere in Bezug auf den Einsatz der Kräfte und den Einsatz der Spieler nach ihren Stärken. Neben dem Stolz darauf bleibt aber der bittere Beigeschmack, dass mehr drin gewesen wäre. Schon mit dem vorhandenen Kader ist das so, allein durch besseres Nutzen der 100%igen Chancen. Und erst recht wär mit zwei, drei Spielern mehr, durch Verteilen der Last und die variablere Spielweise wechselnder Spieler, der Auswärtssieg drin gewesen.
Für den HC DJK an der Sensation geschnuppert haben: Simon Reinbold (Tor), Sander vanBodegom, Thomas Buck, Tom Fohler, Janis Hirschkorn, Kornelius Luther, Joel Schamberger.